Die Preisverleihung fand im Rahmen der Informatik ´98 am 23. September 1998 in Magdeburg statt.

 

Hauptpreis:

Dr. Christoph Reichenberger

für seine an der Johannes-Kepler-Universität Linz erstellte Dissertation "Konzepte und Verfahren für die Software-Versionsverwaltung"

Diplomarbeitspreis:

Thomas Biskup

für seine an der Universität Dortmund erstellte Diplomarbeit "Entwicklung eines Werkzeuges zur Generierung von Testmustern aus einer Programmspezifikation unter Verwendung von Ursache/Wirkungsgraphen"

Zur Arbeit von Dr. Christoph Reichenberger:
Christoph Reichenberger hat eine Alternative geschaffen zu der üblichen baumförmigen Versionsverwaltung, die bei größeren Softwaresystemen ziemlich unübersichtlich ist. Sein Konzept basiert auf der orthogonalen Organisation von Varianten und Revisionen und führt zu einer bisher nicht erreichten Transparenz.

Der zweite wesentliche Beitrag der Arbeit ist ein neuer Algorithmus zur Deltaspeicherung beliebiger Dateien, d.h. auch von Nicht-Text-Dateien. Er ist schneller und belegt weniger externen Speicher als die bekannten Algorithmen.

Reichenberger hat seine Konzepte auch implementiert und so das Versionsverwaltungswerkzeug VOODOO geschaffen, das zu einem kommerziellen Produkt weiterentwickelt wurde und erfolgreich in Unternehmen und Universitäten eingesetzt wird. Bemerkenswert ist weiterhin, daß der Delta-Algorithmus in ClearCase von Rational implementiert ist.

Zur Arbeit von Thomas Biskup:
Ursache/Wirkungsgraphen haben ihren Ursprung im Bereich des Hardware-Testens. Sie beschreiben den Zusammenhang zwischen den Bedingungen am Eingang eines Systems und jenen, die sich am Ausgang einstellen. Im allgemeinen steigt die Zahl der Fälle exponentiell mit der Zahl der Eingabebedingungen. Deshalb muß man auswählen und nur diejenigen Eingabefälle als Testmuster heranziehen, die eine hohe Wahrscheinlichkeit haben, Fehler in der Software aufzudecken.

Thomas Biskup hat dafür einen Algorithmus entwickelt, der auf Grundlage eines Ursache/Wirkungsgraphen die Testfallmenge generiert und auf dem Prinzip der Pfadsensitivierung basiert.

Die Arbeit ist theoretisch sehr anspruchsvoll. Sie ist praktisch durch ein Werkzeug komplettiert, das es ermöglicht, aus graphisch konstruierten Ursache/Wirkungsgraphen eine textuelle Beschreibung zu erzeugen, aus der es dann eine minimierte Testfallmenge berechnet. Diese Diplomarbeit erreicht nahezu das Niveau einer Dissertation.