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Zur Arbeit von Dr. Jens Jahnke:
Jahnke hat sich mit der Analyse von Altsystemen beschäftigt. Betriebliche Informationssysteme erfahren oft eine hohe Nutzungsdauer, während der eine Umstellung auf eine neue Systemplattform, insbesondere auf ein anderes Datenbanksystem, nötig werden kann. Dabei wird der alte Datenbestand meist neu strukturiert und erweitert. In diesem Kontext leistet die Arbeit von Jahnke einen hervorragenden Beitrag. Er beruht auf der Idee, die Analyse von Altsystemen durch die Beschreibung unsicheren Wissens zu verbessern, und zwar mittels eines fuzzy-basierten Ansatzes. Jahnke hat dazu eine eigene Theorie entwickelt, die "Generic Fuzzy Reasoning Nets". Zudem stützt er sich auf Graphgrammatiken.
Auf dieser breiten theoretischen Grundlage baut Jahnke seine Werkzeuge zur Unterstützung eines inkrementellen Reengineering-Prozesses auf. Es ist ein umfangreiches Softwaresystem (70.000 LoC), das auch Jahnkes praktische Fähigkeit beweist. Außerdem ist seine Dissertation sehr sorgfältig ausgearbeitet und gut gestaltet.
Zur Arbeit von Guido Malpohl:
Guido Malpohl hat mit seinem Umbenennungserkenner einen innovativen Beitrag dazu geleistet, Unterschiede in Programmquellen nicht nur durch zeichen- und zeilenweisen Vergleich, sondern intelligenter zu erkennen. Das ist etwa dann von Nutzen, wenn zwei Programmierer, aus welchem Grund auch immer, gleichzeitig ein Programm ändern.
Malpohl konnte auf eine Lexem-basierte Differenzberechnung aufbauen und hat mit seinem Umbenennungserkenner ein nützliches Gesamtsystem konzipiert und mit einer Reihe komplexer Werkzeuge implementiert. Der Umbenennungserkenner findet geänderte Bezeichner in Deklarationen mit zugehörigen Referenzen. Er arbeitet heuristisch und sprachbewusst (Java), ist jedoch an unterschiedliche Sprachen anpassbar.
Es handelt sich um ein schwieriges Thema, in dem Malpohl viel Neuland betreten hat. In einer Fallstudie ist die Tragfähigkeit von Konzept und Implementierung voll und ganz bestätigt worden.
Zur Arbeit von Arwid Kassner und Klaus Monpetain:
Arwid Kassner und Klaus Monpetain haben in ihrer Arbeit ein internetfähiges System für den elektronischen Einkauf konzipiert und die Praktikabilität ihrer Überlegungen prototypisch nachgewiesen.
Das Umfeld des E-Commerce wurde gründlich beleuchtet, vorhandene Produkte in ihren Stärken und Schwächen analysiert, und auf der Basis der gewonnenen Erkenntnisse ein Online-Shop-System entworfen. Darüber hinaus sind Bestandteile der Arbeit eine Marktanalyse zur Abschätzung der Chancen des zu entwickelnden Produktes sowie eine Ableitung der Anforderungen aus dem Anwendungsbereich, die sogar eine Würdigung der rechtlichen Anwendungssituation umfasst, wobei auch die Sicherheitsaspekte kritisch hinterfragt wurden.
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