Die Preisverleihung fand im Rahmen der GI-Jahrestagung 2001 im Festsaal des Wiener Rathauses anläßlich des Empfangs des Bürgermeisters der Stadt Wien am 27. September 2001 statt.

 

Hauptpreis:

Dr. Lothar Baum

für seine an der Universität Kaiserslautern erstellte Dissertation "A Generative Approach to Customers´ Runtime Platforms"

Diplomarbeitspreis:

Ralf Hildebrandt

für seine an der Universität Braunschweig erstellte Diplomarbeit "Minimierung fehlerverursachender Eingaben"

Zur Arbeit von Dr. Lothar Baum:
Die Vielfalt eingebetteter Systeme ist enorm; sie steuern und überwachen Haushaltsgeräte, Kameras, Handys, Autos, Produktionsmaschinen und vieles mehr. So vielfältig die Anwendungen so unterschiedlich sind die Anforderungen an die Systemplattform, auf der die Anwendungssoftware läuft. Universalbetriebssysteme, wie sie für Desktop- und Unternehmensanwendungen eingesetzt werden, sind für eingebette Software im allgemeinen zu mächtig. Für sie benötigt man spezialisierte Laufzeitumgebungen, die wegen hoher Stückzahlen kostengünstig sein, teilweise sehr harten Realzeitbedingungen genügen und sehr zuverlässig sein müssen.

Baum schlägt in seiner Arbeit eine Lösung vor, derzufolge spezialisierte Laufzeitumgebungen, gewissermaßen kleine Betriebssysteme, generiert werden können. Er stützt sich auf die Design Space Technique zur Definition der Regeln, nach denen die Komponenten für die Generierung der Laufzeitumgebung ausgewählt und zusammengefügt werden, so dass sie den spezifischen Anforderungen der Anwendung genügt. Die englisch geschriebene Arbeit überzeugt auch durch ihre sorgfältige Ausarbeitung und ansprechende Gestaltung.

Zur Arbeit von Ralf Hildebrandt:
Software ist praktisch nie fehlerfrei, ihre Anwender müssen darum immer wieder erleben, dass sie falsch arbeitet oder gar abstürzt. Dies geschieht dann meist in einer komplexen Softwarekonstellation, in der die Ursache des Fehlers schwer zu lokalisieren ist. Hildebrandt geht dieses Problem mit dem Delta-Debugging-Algorithmus von Zeller an, der den Kontext für einen Fehler automatisch minimiert. Der Entwickler, der den Fehler beheben soll, hat es damit viel leichter, diesen zu reproduzieren und die Ursache zu suchen.

Hildebrandt hat den Algorithmus implementiert, in ein Testsystem integriert und damit drei Fallstudien mit verschiedenartigen Anwendungen durchgeführt. Sie zeigen die Leistungsfähigkeit des Algorithmus. Der dabei entstandene Prototyp kann zur automatischen Minimierung fehlerverursachender Eingaben (Quelltext, HTML und Benutzeraktionen) auf Unix verwendet werden. Die Arbeit besticht durch ihre originellen Ergebnisse sowie ihre Sorgfalt und Gestaltung.