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Zur Arbeit von Dr. Veronika Thurner:
Die Modellierung unternehmensinterner und unternehmensübergreifender
Geschäftsprozesse ist eine zentrale Aufgabe der betrieblichen
Praxis. Für diese Aufgabe werden bislang sehr unterschiedliche
Modelle eingesetzt. So bevorzugen Anwender und Berater häufig
intuitive grafische Notationen, während Anwendungsentwickler
und Softwarearchitekten eher algorithmisch und textuell orientierte
Modellierungstechniken wegen ihrer höheren Präzision verwenden.
Für die Klasse der zyklenfreien Prozesse gelingt Veronika Thurner
der Brückenschlag zwischen Anwender- und Systemorientierung
durch eine grafische Beschreibungstechnik mit textuellen
Annotationen und einer umfangreichen Sammlung formal definierter
Transformationsregeln zur Verfeinerung von
Geschäftsprozessmodellen.
Die Arbeit überzeugt durch die sehr sorgfältige und anschauliche Darstellung der Herausforderungen der Materie und der von Frau Thurner entwickelten Lösungsbeiträge anhand eines durchgängigen Beispiels praxisrelevanter Komplexität. Dementsprechend ist diese Arbeit als Pflichtlektüre für jeden Entwickler von Werkzeugen und Notationen zur Geschäftsprozessmodellierung zu empfehlen.
Zur Arbeit von Silvia Breu:
Als Software-Designer steht man ständig vor der Frage, wie fachlogische und technische Konzepte in der zu verwendenden Programmiersprache als Einheiten (Module) realisiert werden sollen, und zwar so, dass sie nicht vermischt, sondern sauber getrennt werden (separation of concern). Dabei verfährt man meist nach dem Prinzip der Objektorientierung, mit der Datenkapselung als oberstem Entwurfskriterium. Andere querschnittliche Konzepte, z.B. Fehlerbehandlung, können dabei nicht gekapselt werden. Hier setzt die aspekt-orientierte Programmierung an.
Silvia Breu hat eine Technik entwickelt, die es ermöglicht, Querschnittsaspekte in einem Softwaresystem zu erkennen. Dazu wird sein Laufzeitverhalten analysiert, indem verschiedene Ausführungssequenzen (program traces) aufgezeichnet und auf wiederkehrende Muster untersucht werden.
Dieses Verfahren des "Dynamic Aspect Mining" hat Frau Breu in dem Werkzeug DynAMiT implementiert und in mehreren Fallstudien erprobt.
Die englisch geschriebene Arbeit präsentiert die Ergebnisse überzeugend und ist zudem ansprechend gestaltet.
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