Die Preisverleihung fand im Rahmen der Informatik 2005 am 20. September 2005 in Bonn statt.

 

Hauptpreis:

Prof. Dr. Johannes Siedersleben

für sein Buch und seine Arbeiten auf dem Gebiet

Zur Arbeit von Prof. Dr. Johannes Siedersleben
Architektur ist ein Begriff, der in der Informations- und Softwaretechnik viel verwendet wird, meist ohne klare Bedeutung. Nicht so bei Siederslebens Qualitätssoftwarearchitektur Quasar. Sie ist eine Blaupause für die Strukturierung von Softwaresystemen, insbesondere definiert sie eine Standardarchitektur für betriebliche Informationssysteme.

Ein originelles Kriterium für deren Gestaltung sind die Siederslebenschen "Blutgruppen", dem zufolge jede Softwarekomponente rein sein sollte in dem Sinn, dass sie nur Anwendungslogik (Blutgruppe A) enthalten sollte oder nur Technik-bedingten Code (T) oder nur neutralen Code (0), nicht jedoch die Mischung AT - eine hilfreiche Interpretation des Entwurfsprinzips "Separation of Concern".

Eine zentrale Aufgabe beim Entwurf eines Softwaresystems ist das Festlegen seiner A- und T-Komponenten und der Schnittstellen dazwischen. Mit Quasar-Schnittstellen der Kategorie 0 kann die technische Komplexität der Komponenten gut gekapselt und somit deren Funktionalität zu klaren Abstraktionen verdichtet werden.

Siedersleben hat in Quasar die langjährigen Erfahrungen bei sd&m im Design betrieblicher Informationssysteme in einer Architekturblaupause schlüssig zusammengefasst und mit seinem Buch "Moderne Softwarearchitektur" allgemein zugänglich gemacht. Es überzeugt durch seine praxisgerechte Darstellung der abstrakten Quasar-Konzepte, viele grafische und programmiertechnische Veranschaulichungen sowie seinen lockeren Stil.