Der Ernst Denert-Stiftungslehrstuhl für Software Engineering betrieblicher Informationssysteme
Software-Engineering für betriebliche Informationssysteme ist ein Gebiet von großer praktischer Bedeutung; denn der größte Teil der auf der Welt existierenden Software steckt in betrieblichen Informationssystemen, also in jenen stark datenbankorientieren Anwendungen, die den Unternehmen dazu dienen, ihre Geschäftsprozesse zu organisieren und zu unterstützen. Die Kerninformatik behandelt dieses Gebiet eher stiefmütterlich. Betriebliche Informationssysteme sind natürlich Gegenstand der Wirtschaftsinformatik, dort allerdings mehr aus einer anwendungsfachlichen, betriebswirtschaftlichen Sicht und weniger aus einer softwaretechnischen. Hier gibt es also ein Defizit, das mit dem von mir gestifteten Lehrstuhl behoben werden soll. Er ist einerseits Teil der Kerninformatik, denn Software-Engineering ist für diese ein wichtiges Fach, und andererseits Teil des neuen Studienganges Wirtschaftsinformatik. Der Lehrstuhl wird also ein Scharnier zwischen beiden sein.
Mit der Lehrstuhlstiftung will ich dazu beitragen, die Informatik-Kapazität an der Technischen Universität München auszubauen. Dies ist nötig, auch wenn der Arbeitsmarkt für Informatiker derzeit stagniert. Das wird sich wieder ändern, und ganz sicher ist es so, dass in der Wirtschaft im Bereich betrieblicher IT-Anwendungen zu wenig gut qualifizierte Informatiker tätig sind.
Ich freue mich darüber, dass sich die Staatsregierung bereit erklärt hat, den Stiftungslehrstuhl nach meiner fünfjährigen Anschubfinanzierung (2 Mio. EUR) aus zusätzlichen Mitteln zu finanzieren und nicht von der TU München verlangt, dieses aus dem bestehenden Etat heraus zu tun.
Prof. Dr. Ernst Denert
IVU Traffic Technologies AG, Berlin, Vorstandsvorsitzender
Technische Universität München, Honorarprofessor und Ehrensenator
Juni 2003